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Masters Tournament

Gewinnt „Lefty“ sein viertes Masters?

Nach dem „Moving Day“ präsentiert sich ein vollkommen neues Leaderboard: Hanson führt vor Mickelson und Oosthuizen

Von Katrin Baumann aus Augusta

 

Der Schwede Peter Hanson und der Amerikaner Phil Mickelson werden am Masters-Sonntag 2012 als Spitzenflight auf die Runde gehen. Hanson spielte am Samstag mit 65 Schlägen die bisher niedrigste Runde des Turniers. Mit insgesamt 207 Schlägen führt er das Klassement mit einem Schlag Vorsprung an vor Mickelson und deren zwei vor Luis Oosthuizen, dem Sieger der British Open 2010 in St. Andrews. Auf Rang vier mit 210 Schlägen folgt Bubba Watson, Matt Kuchar weist 211 Schläge auf. 

Was ist los mit dem Tiger?

Partout nicht in Schwung kommt indes Tiger Woods. Der 14-malige Major-Champion und viermalige Masters-Sieger, der mit seinem Sieg vor zwei Wochen in Bay Hill endlich wieder zu alter Form gefunden zu haben schien, kam erneut nicht über eine Even-Par-Runde hinaus und hat sich damit wohl endgültig aus dem Turnier gespielt. Mit insgesamt drei Schlägen über Par geht er mi einem Rückstand von zwölf Schlägen auf Hanson auf die Schlussrunde.

 

Was los ist mit dem Tiger? Am Freitagabend übte er noch auf der Driving Range, als es schon dunkel wurde – doch es half nicht: Wieder verzog Woods einen Teeshot nach dem anderen, wieder schlurfte er lustlos, mit hängenden Schultern über die Fairways, und wenn er den Ball aufnahm, sah es aus, als reiße er am Seilzug-Starter eines Boots-Motors.

 

Er sei „ganz nahe dran gewesen“ an einer guten Runde, meinte Woods hinterher: „Leider habe ich die Par-5-Löcher nicht sehr gut gespielt heute, aber ich war nicht weit entfernt von einer guten Runde heute. Ich habe nur die Möglichkeiten nicht ergriffen, die sich mir boten.“

 

Woods muss nun möglicherweise sogar noch mit einer Strafe der PGA rechnen, weil er am Freitag mit dem Fuß gegen seinen Schläger getreten hat. Obwohl er sich bereits entschuldigt hat: „Ich bedaure, wenn ich jemanden gekränkt haben sollte damit, aber ich habe einige schlechte Schläge gespielt und es ist einfach manchmal frustrierend, den Ball nicht dahin zu spielen, wohin er sollte.“

McIlroy mit einer 77

Die nach Runde zwei führenden Jason Dufner und Fred Couples spielten am Samstag jeweils eine 75er-Runde – mit 214 Schlägen teilen sie sich Rang elf. Rory McIlroy musste sogar eine 77 hinnehmen; er startet von Rang 27 in den Sonntag.

 

Topfavorit aufs Grüne Jacket ist nun Mickelson. Der Schlag des Tages glückte ihm an der 13, als er zum Eagle einchippte. Der 41-Jährige streckte den Schläger in die Höhe, ballte die Faust, hieb sie zweimal in die Luft und lachte sein noch immer jungenhaftes Mickelson-Lachen – und spätestens da war klar: Jetzt ist der Sieger der Jahre 2004, 2006 und 2010 ganz, ganz heiß auf den Titel. Mit leuchtenden Augen, roten Wangen und Dauergrinsen im Gesicht ging’s weiter – mit Birdies an der 15 und, unter tosendem Applaus der „Patrons“, nach einem versenkten Monsterputt an der 18.

 

Noch wichtiger als die 66 vom Samstag aber sei seine 74 vom Donnerstag gewesen, die er sich so hart hatte erkämpfen müssen: „Auf diesem Platz werde ich irgendwann heiß und mache Birdies und hier und da vielleicht einen Eagle, aber ich muss in der Situation sein, es überhaupt aufs Leaderboard zu schaffen und nicht nur den Cut zu überstehen“, sagte Mickelson. „Und die Art, wie ich am Donnertag kämpfte, wie ich mich im Turnier hielt, hat mir ermöglicht, heute das Leaderboard zu stürmen.“

„Phil ist der Favorit“

Während der Amerikaner in diesem Jahr sein 20. Masters bestreitet, ist der 34-jährige Hanson erst zum zweiten Mal mit dabei in Augusta. „Phil wird der große Favorit sein, ich bin der Underdog“, sagte der Ryder-Cup-Spieler, der als beste Major-Klassierung einen siebten Platz bei den letztjährigen US Open vorzuweisen hat, bei einer Pressekonferenz am Samstagabend. „Es ist eine neue Situation für mich. Ich weiß, dass es eine harte Nacht wird. Meine Frau ist hier und meine zwei Kinder, ich werde versuchen, abends etwas zu kochen und dann etwas Schlaf abzubekommen.“ Auf jeden Fall wolle er sich vom „Golf Channel“ fernhalten, so Hansen, der im letzten Jahr noch den Cut verpasst hatte.

 

Hanson und Mickelson spielten bereits an den ersten beiden Tagen in einem Flight. Los geht’s am Sonntag um 9.20 Uhr Ortszeit (15.20 MESZ) mit dem Duo Stewart/Kelly Kraft. Martin Kaymer (Tagesmeldung siehe “Auf dem Grün läuft es einfach nicht”) geht eine Stunde später an der Seite von Vorjahres-Gewinner Charl Schwartzel in seinen ersten „Championship Sunday“ in Augusta. Das Spitzenflight Hanson/Mickelson teet um 14.40 Uhr auf. Die Entscheidung wird gegen 19 Uhr Ortszeit erwartet.