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Generationswechsel bei den US Open

Das Leaderboard des ehrwürdigen Turniers ist der beste Beweis dafür, dass eine neue noch jüngere Generation die Rekorde erobert. 

Die 112ten US Open haben gute Chancen nicht nur für Webb Simpson als große Errungenschaft in die Geschichte einzugehen, sondern auch für eine ganze nachfolgende Generation. Die Zuschauer auf dem Olympic Club staunten nicht schlecht, wer sich da alles auf dem Leaderboard seinen Weg nach oben bahnte. Schon mal von Beau Hossler gehört? Der erst 17-Jährige Jungspund aus Kalifornien übernahm am zweiten Tag in San Francisco sogar kurzzeitig die Spitze. Am Ende reichte es schließlich für einen immer noch großartigen 29. Rang.

 

Und ein weiterer Vertreter der Teenager-Generation machte von sich Reden. Und nicht nur weil er der jüngste Teilnehmer war: Mit nur 14 Jahren spielte Andy Zhang auf der ersten Runde doch tatsächlich das gleiche Ergebnis wie die Nummer eins der Welt, Luke Donald. Beide brachten 79 Zähler ins Clubhaus.

 

Ein ebenfalls grandioses Ergebnis präsentierte Jordan Spieth. Der 18-Jährige spielte auf den letzten 36 Löchern eins unter Par, was im Vergleich zu Tiger Woods’ Ergebnis um neun Schläge besser ist.

 

Auch Hunter Hamrick darf richtig stolz auf sich sein: Der junge Mann aus Montgomery hat mit seinen gerade mal 22 Jahren den besten Score des Tages, eine 67, auf der zweiten Runde eingefahren. Und das bei seinem ersten Turnier als Pro. „Es ist wie ein Traum all diese Dinge zu tun“, so der Nachwuchsstar. „Du sagst Dir immer wieder, dass Du das schaffen kannst. Und dann kommt jeden Tag irgend etwas neues und Du denkst Dir nur‚ wow, das ist der coolste Moment meines Lebens.“

 

Webb Simpson, der Sieger des Events, der übrigens auch erst 26 Jahre alt ist, nennt das den „Tiger Effekt“. Der Erfolg von Woods hat dazu inspiriert bereits in jungen Jahren zu spielen. „Ich denke der Zugang zu Golf hat sich so sehr verbessert, dass sich das Spiel verändert.“

 

Das Alter ist genauso wie der Score, nur noch eine unbedeutende Zahl. Ein Golfer muss nicht mehr ein gewisses Alter haben, um einen 300-Meter Abschlag rauszuhauen. Die neue Generation ist zwar jung in Lebensjahren, aus Golfersicht sind sie aber erfahrene Seelen. So zum Beispiel Casey Wittenberg, der auf seiner dritten Runde eine 67 notierte und im Finale Flightpartner Woods mit 70 zu 73 Zählern überragte. Wittenberg ist 27 und seit fast einer Dekade Pro. Er war noch ein Teenager als er 2004 ins Profi-Lager wechselte, nachdem er 2003 die USA beim Walker Cup präsentierte.

Die  neue Generation tritt mit weniger Angst und mehr Erfahrung auf der großen Bühne auf. Das ist auch der Grund warum es bei den letzten 15 Majors 15 verschiedene Gewinner gegeben hat.

„Sogar als ich schon im College war, hätte ich mich zu Tode gefürchtet bei den US Open zu spielen“, sagt Simpson. „Und diese Jungs spielen, als ob sie das Turnier gewinnen wollen.“ Aber das ist die Richtung, wo es auch in Zukunft hingehen wird. „Ich denke Golf wird sich in diese Richtung weiterentwickeln. Ich denke, die Blütezeit war vor 10, 15 Jahren bei Mitte 30. Jetzt geht es eher in Richtung Mitte, Ende 20.“

Ipad statt VHS

Einen wichtigen Unterschied macht sicherlich dazu auch die Weiterentwicklung der technologischen Möglichkeiten. Während Woods noch mit VHS Videos aufgewachsen ist, „bringen die Kids jetzt ihre iPads mit auf die Range, schauen sich ihren Schwung an und analysieren ihn bis ins Detail. Das ist einfach etwas total anderes“, sagt Tiger.

„Sie werden mit der Technologie vertraut, sobald sie beginnen. Ich habe einige dieser Kids in Korea gesehen, die errst seit etwa einem Jahr spielen. Sechs Monate davon schlagen sie nur in einer Halle Bälle. Alles was sie gemacht haben, war den Schläger in die richtige Position zu bringen und einen Ball nach dem nächsten zu schlagen. Die kommen da raus und haben einen perfekten Golfschwung. Das ist die neue Generation.“

Aber wird diese neue Generation auch leidenschaftlich genug sein, ihren perfekten Schwung zu komplementieren? Oder setzen sie sich zur Ruhe, wenn sie Mitte 30 sind und finanziell ausgesorgt haben?

Simpson ist in dieser Hinsicht auch ohne Antwort: „Über die jungen Kerle, die diese Woche hier waren, hab ich nicht viel zu sagen. Sie sind soviel weiter, als ich es in ihrem Alter war. Mein Vater hat mir immer wieder gesagt, so hart wie möglich zu arbeiten. Aber ich bringe es nicht soweit, dass ich das Spiel nicht mehr genießen kann.“

Als Ernie Els gefragt wurde, wie sich der Wettkampf im Vergleich zu vor 20 Jahren anfühlt, sagte der Südafrikaner nur: “Nun ja, ich bin einfach froh hier zu sein.“