Kapitän Montgomerie benennt seine Wildcards für den Ryder Cup in Wales und die Gebrüder Molinari garantieren Punkte in den Vierern
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Garantierte Punkte
Bereits vor der Finalrunde der Johnnie Walker Championship in Gleneagles, im schottischen Perthshire, hatte der Turiner Edoardo Molinari verkündet, dass er heiß auf den Ryder Cup sei. Er garantierte Kapitän Montgomerie gar, dass er mit seinem Bruder Francesco bei allen Vierer-Wettbewerben punkten würde, bekäme er die Chance, Ende September beim 39. Kontinentalvergleich zwischen den USA und Europa im Celtic Manor Resort in Wales dabei zu sein.
Francesco hatte sich bereits über die Punktelisten in die neun festen Plätze gespielt, alles hing also an Edoardos Leistung in Gleneagles, wo er sich für eine der drei Wildcards empfehlen wollte. Ein Sieg musste her: „Ich wusste, dass ich gewinnen musste, um eine Chance von Colin Montgomerie zu erhalten. Das hatte ich natürlich während der Runden immer im Hinterkopf“, so der 29-Jährige. In einer spektakulären Schlussrunde empfahl er sich dann dem sichtlich beeindruckten Kapitän, der die Entscheidung über die drei Captains Picks um 18.30 Uhr Ortszeit nach dem letzten Putt verkünden sollte. Nachdem die Führung mehrmals gewechselt hatte, gelang Molinari auf den letzten drei Löchern jeweils das Birdie – ein Mal mit einem langen Putt mit heftigem Break und zuletzt mittels eines starken Chips aus dem tiefen Gras zum Tap-in zur Vier und zum Sieg auf dem letzten Par 5. Der Australier Brett Rumford konnte nur staunend und anerkennend Beifall klatschen, bei neun unter Par wurde er Zweiter.
Familienbande
„Die Wahl fiel auf Edoardo, was soll ich bei dieser Leistung noch sagen“, so Monty. „Ich habe in meiner ganzen Zeit als Profi, in den 24 Jahren, noch nie ein derart grandioses Finish gesehen, wie es Edoardo gezeigt hat. Er musste gewinnen – und tat es auch. All meinen Respekt und meine Hochachtung. Das gab letztendlich den Ausschlag für meine Nominierung.“
Damit sind die Molinaris das erste Brüderpaar seit 47 Jahren, das beim Ryder Cup antritt. Überhaupt war dies in der Geschichte des Turniers erst einem weiteren Paar (Bernard und Geoffrey Hunt, 1963) und einem Trio (Charles und Ernest Whitcombe, 1929 und 1931, zusätzlich mit Reg Whitcombe 1935) vergönnt gewesen. Die Italiener werden nach den Whitcombes erst das zweite Brüderduett sein, das gemeinsam in den Vierern antreten könnte.
Sechs Debütanten, sechs mit Erfahrung
Die beiden weiteren Wildcards gingen an Padraig Harrington und Luke Donald, die beide – anders als die Molinaris – bereits über Ryder-Cup-Erfahrung verfügen: „Padraig Harrington hat drei Majors in den letzten drei Jahren gewonnen, er hat eine großartige Statur und niemand wird im Matchplay gerne gegen ihn antreten wollen“, so Kapitän Montgomerie über den 39-jährigen Dubliner. „Luke Donald hat schon sieben Mal im Ryder Cup gespielt und dabei nur ein Mal verloren.“
Im europäischen Team befinden sich nun sechs Debütanten. Mit Martin Kaymer ist 2010 wieder ein deutscher Spieler im Ryder-Cup-Team. Mit seinem historischen Sieg beim vierten Major der Saison, der PGA Championship, veredelte der 25-jährige Rheinländer seine konstant guten Leistungen der letzten zwei Jahre, die ihn auch so mit höchster Wahrscheinlichkeit ins Team gebracht hätten. Sicherlich vorteilhaft, dass er vor zwei Jahren von Sir Nick Faldo nach Valhalla zum Zuschauen und Unterstützen eingeladen worden war. Ein wenig Erfahrung bringt der junge Major-Star also doch auch mit.
Option Langer
Bernhard Langer galt bis zuletzt als Option für Montgomerie, nachdem dieser mit seinen beiden Major-Siegen innerhalb von einer Woche auf der US Champions Tour der Senioren im Juli überzeugt hatte. Mit zehn Ryder-Cup-Einsätzen und dem Rekordsieg Europas unter Kapitän Langer 2004 in den USA wollte Montgomerie ursprünglich auf den 53-Jährigen nicht verzichten. Doch dann kam der Schotte zu einem anderen Schluss. „Ich kann die Entscheidung akzeptieren“, meinte Langer.
Mit einem Altersdurchschnitt von knapp 30 Jahren ist das diesjährige Europa-Team das jüngste in der Ryder-Cup-Historie.
Das Team EUROPA:
1. Lee Westwood
2. Rory McIlroy
3. Martin Kaymer
4. Graeme McDowell
5. Ian Poulter
6. Ross Fisher
7. Francesco Molinari
8. Miguel Angel Jiménez
9. Peter Hanson
10. Padraig Harrington
11. Luke Donald
12. Edoardo Molinari
Vier Picks plus Zeit
US-Captain Corey Pavin wird erst am 7. September seine vier Wildcards verteilen. Bisher haben sich Phil Mickelson, Hunter Mahan, Bubba Watson, Jim Furyk, Steve Stricker, Dustin Johnson, Jeff Overton und Matt Kuchar direkt qualifiziert. Ob Tiger Woods nominiert wird, bleibt bis dahin offen.
sb
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