Europas modernstes Fitting-Zentrum steht im fränkischen Herzogenaurach. Im sogenannten Center of Excellence bietet TaylorMade die individuelle Anpassung von Schlägern als Erlebnis-Trip an
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Individuelles Erlebnis
Modern, mit klaren Linien und einer sehr technischen Ausstrahlung – nein, so ein Gebäude hatte man auf der Fahrt zum über 40 Jahre alten Golf-Club Herzogenaurach nicht unbedingt erwartet. Doch der Neubau am Ende der Driving-Range markiert gewissermaßen ja auch den Übergang in eine andere Zeit: Im Inneren erstreckt sich auf zwei Etagen das Center of Excellence von TaylorMade, kurz »CoE« genannt, mit modernster Fitting-Technologie, Schlägerwerkstatt, Lounge und einer kleinen Hall of Fame. Denn die Golfer, die hierher in die mittelfränkische Hügellandschaft fahren, sollen nicht nur genau abgestimmte Schläger bekommen – sie sollen auch die Erinnerung an ein ganz individuelles Erlebnis mit nach Hause nehmen.
Den Mutterkonzern Adidas dürfte dieses »Erlebnis-Fitting« wohl ein kleines Vermögen gekostet haben, obwohl offiziell nur über »ein nicht unerhebliches Investment« gesprochen wird. Dem Normalgolfer kann das egal sein: Er bekommt im CoE all das, was sonst nur den TaylorMade-Tour-Pros zur Verfügung steht – und das in Deutschland. Ansonsten gibt es dieses High-Tech-Paket nur noch im Hauptquartier der Adidas-Golfdivision in Carlsbad, Kalifornien, dort übrigens unter dem Namen »The Kingdom«.
»Wir wollen hier jedem Golfer im Zuge eines State-of-the-Art-Fitting die Möglichkeit geben, so viel wie möglich über seinen Schwung zu lernen. Diese Informationen fließen dann in die maßgeschneidert angefertigten Schläger. So etwas steht normalerweise nur den Tour-Pros zur Verfügung«, sagt CoE-Manager Manolis Nikitaidis im Gespräch mit GOLF JOURNAL. Und CoE-Projektmanager Ryan Lauder ergänzt stolz: »Gefittet werden und knapp zwei Stunden später das neue Material mitnehmen, das kann kein anderer Hersteller seinen Kunden anbieten.«
Für das Fitting selbst kommt das »MAT-T«-System (Motion Analysis Technology by TaylorMade) zum Einsatz. Dabei zeichnen sechs Highspeed-Kameras über Sensoren am Golfer und am Schläger die Schwungdaten auf. In einer dreidimensionalen Computeranimation kann der Schwung dann aus 360 Grad analysiert werden. Und so bleibt kein Aspekt des Schwungs verborgen: Egal, ob es sich um die Schwungebene, den Eintreffwinkel des Schlägers auf den Ball oder das Abwinkeln der Handgelenke und die Position des Körperschwerpunkts während des Schwungs handelt – jedes Detail des Schlags wird sichtbar. Die ermittelten Daten werden übrigens zum Schluss auf eine CD gebrannt, was Golfern die Möglichkeit gibt, die Ergebnisse mit ihrem Heim-Pro weiterhin zur Schwungverbesserung oder -analyse zu verwenden.
Individuell angepasst wird im CoE alles, Driver, Eisen und Putter. Am Ende der Session spuckt der Computer die ideale Schlägerempfehlung (natürlich von TaylorMade) für den Probanden aus. Diese wird dann auf der Driving-Range oder im TrackMan-Raum mit den Schlägern des »SelectFit«-Systems beim »Ballistik-Fitting« überprüft. Passen Spin-Rate, Abflugwinkel und Flugkurve des Balls, werden die Ergebnisse an die im Erdgeschoss befindliche Werkstatt übermittelt.
Und dort beginnt Teil drei des Erlebnis-Fittings. Der Kunde kann live dabei zusehen, wie seine Schläger zusammengebaut werden. Da werden – wie für die Pros im Tour-Truck – Schäfte exakt zugesägt, Lie-Winkel optimiert und Köpfe an die Schäfte geklebt. Wem das nichts gibt, der kann von der Terrasse im ersten Stock bei einer Tasse Cappuccino den Blick über den Golfplatz genießen, auf einem überdimensionalen Flatscreen in der Lounge die Highlights der letzten Profi-Turniere ansehen oder in der Hall of Fame einige Golf-Memorabilia begutachten. Am Ende dieser Pause, wenn der Mann im Workshop mit seiner Arbeit fertig ist, bekommt der Golfer seine maßgefertigten Schläger in die Hand gedrückt – und kann sie sofort auf der Driving-Range oder dem herausfordernden Platz im GC Herzogenaurach ausprobieren.
T: Alexander Huchel

Nach dem Einschlagen geht es in den »MAT-T«-Raum zum Anlegen der mit Sensoren bestückten Mütze, Weste und diverser Gurte (1). Auch der Schläger ist mit Sensoren bestückt (2). Auf dem Bildschirm ist die dreidimensionale Abbildung des Schwungs in Echtzeit zu sehen (3). Den Blicken von Chef-Fitter Stefan Gnad entgeht nichts (4). Am Ende der Session werden die Daten besprochen (5). Der Schwung kann aus 360 Grad betrachtet werden (6). Das Ballistik-Fitting und die Überprüfung der beim MAT-T-Fitting ermittelten Daten erfolgt im »TrackMan«-Raum oder auf der Driving-Range (7). Im Workshop kann man live verfolgen, wie der Schläger zusammengebaut wird (8). Knapp drei Stunden nach dem Beginn des Einschlagens hat man den neuen Schläger in der Hand (links).
Infos
Preise: »The MAT-T Experience« – zwei Stunden, inklusive einem Polo-Shirt und einem Dutzend Bälle für 250 Euro. »TrackMan Fitting«: eine Stunde für 100 Euro. Das CoE steht auch für Gruppenbuchungen zur Verfügung (Preise auf Anfrage).
taylormadegolfcoe.com
Zusätzliche Informationen und Links
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